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Ethnologiestudium: Alle Infos

Du willst Ethnologie studieren? Informiere dich hier

Habari! Das ist Suaheli und heißt Hallo. Was das mit Ethnologie zu tun hat? Ganz einfach! Das Erlernen einer außergewöhnlichen Sprache, wie beispielsweise Suaheli oder Afrikaans, gehört für die meisten Ethnologie-Studenten genauso zum Studium wie die Auseinandersetzung mit politischen, wirtschaftlichen oder religiösen Aspekten fremder Kulturen. Das Studienfach versucht gesellschaftliche Zusammenhänge zu erschließen, menschliche Denk- und Handlungsweisen zu verstehen und sie mit anderen Kulturen zu vergleichen. Während es zu Beginn des Studiums eher theoretisch zugeht, hast du später an vielen Universitäten die Möglichkeit, selbst an Feldstudien mitzuwirken. Dabei kannst du dann auch mit deinen Sprachkenntnissen glänzen, die dir sehr hilfreich sein werden. Kila la kheri – Viel Glück! 

Klischee-Vorstellung vs. Realität

Was stimmt, was nicht

»Ethnologie ist ein angestaubtes Fach .«

Das Fach wird bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts an deutschen Universitäten gelehrt, kann also auf eine relativ lange und traditionsreiche Vergangenheit zurückblicken. Angefangen als „Völkerkunde“, untersuchte man fremde Völker, die als Naturvölker bezeichnet wurden. Zwar spielen ältere Kulturen auch heute noch eine Rolle im Ethnologie-Studium, allerdings ist es keineswegs so, dass die Lehrinhalte seit Jahrzehnten dieselben sind. Im Zuge der Globalisierung und des „Näher-Zusammenrückens“ der Welt, hat sich auch die Ethnologie verändert. Es entstehen immer wieder neue Theoriemodelle, Forschungsfelder und -schwerpunkte. 

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»Ethnologen sind ständig auf Reisen und erforschen exotische Völker. «

Erst einmal sprechen Ethnologen nicht von exotischen Völkern, denn die ethnologische Forschung verläuft heutzutage auf Augenhöhe. Früher waren die „Ur-Einwohner“ für die Forscher nicht mehr als ein „Forschungsobjekt“. Es stimmt zwar, dass Ethnologen, die in der Forschung tätig sind, öfter auf Reisen sind, um ihrer Arbeit nachzugehen, jedoch wäre es falsch zu sagen, dass sie immer und ständig unterwegs sind. Zur eigentlichen Forschungsarbeit gehört auch sehr viel Schreibarbeit, und das Lesen von Fachliteratur nimmt ebenfalls sehr viel Zeit in Anspruch. Außerdem untersuchen Ethnologen heutzutage kaum noch ganze ethnische Gruppen sondern vielmehr bestimmte Verhaltensweisen oder Zusammenhänge.    

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»Ethnologie-Studenten kommen barfuß zur Uni. «

Das ist eines der typischen Vorurteile gegenüber Ethnologie-Studenten. Neben der Barfüßigkeit zählen Dreadlocks und locker-lässige Kleidung zum Erkennungsmerkmal der Ethnologen. Das ist natürlich ein absolutes Klischee - im Wintersemester wäre das auch ganz schön kalt. Vom Aussehen eines Studierenden lassen sich wohl kaum Rückschlüsse auf das Studium ziehen. Auch in anderen Studiengängen gibt es Studenten, die sich so kleiden. Außerdem kommt der Großteil der Ethnologen ganz normal mit Jeans und Shirt zur Uni.

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Spezialisierungen

Alle Schwerpunkte für dein Fach

Religionsethnologie
Wie der Name schon sagt, beschäftigt sich die Spezialisierung mit den Religionen verschiedener Kulturen. Dabei wird untersucht, welche Rolle sie für die jeweilige Gesellschaft spielt. Wie ist Religion in den Alltag eingebunden? Untersuchungsgegenstände bilden beispielsweise Mythen, Rituale, Opfer, die Vorstellung von Gott beziehungsweise Göttern oder die Ahnenverehrung. Wie die gesamte Ethnologie hat auch die Religionsethnologie tiefgreifende Veränderungen erfahren. Während im 19. Jahrhundert Religion als Zwischenstufe zwischen Magie und Wissenschaft bei außereuropäischen Völkern untersucht wurde, konzentriert sich die Forschung heutzutage eher auf religiöse Praktiken und rituelle Handlungen beziehungsweise deren Durchführung und Auswirkungen.
Wirtschaftsethnologie
Die Wirtschaftsethnologie untersucht unter anderem die wirtschaftliche Organisation verschiedener ethnischer Gruppen. Wie versorgt sich eine Gemeinschaft? Wie funktioniert das Wirtschaftssystem - gibt es Tauschhandel oder ähnliches? Neben Themenfeldern wie Arbeitsteilung oder Zahlungsmittel spielen auch Märkte oder Sesshaftigkeit eine Rolle in der Untersuchung der wirtschaftlichen Gegebenheiten. In Papa-Neuguinea gibt es heute noch bestimmte Völker, die eine Muschelwährung haben. Neben dem offiziellen „richtigen“ Geld werden hier auch Muscheln als Tauschwährung akzeptiert. Meist findet die traditionelle Bezahlmethode in rituellen Zusammenhängen Verwendung, beispielsweise bei einer Heirat.
Regionale Ethnologie
Es gibt so unglaublich viele verschiedene ethnische Gruppen, weshalb sich jeder Ethnologe schlussendlich auf einen Forschungsschwerpunkt festlegt. Du solltest dir gut überlegen an welcher Uni du studieren möchtest, denn zahlreiche Hochschulen konzentrieren sich auf eine Gegend. Manche Hochschulen legen beispielsweise den Fokus auf die Völker Afrikas und du kannst hier zahlreiche regionenbezogene Seminare belegen. Andere Universitäten sind hingegen besonders gut in Sachen asiatische Kulturen aufgestellt oder spezialisieren sich auf die Völker Lateinamerikas. Viele Unis bieten auch Master-Studiengänge für besagte Regionen an. Informiere dich also vorab am betreffenden Institut der Uni.

Wusstest du schon, dass...

…Ethnographie, also die Beschreibung fremder Völker, bereits im antiken Griechenland betrieben wurde? Herodot, Platon und Aristoteles haben bereits im 5. Jahrhundert vor Christus Berichte über Sitten und Gebräuche von Völkern verfasst.

…es ungefähr 1300 verschiedene ethnische Gruppen und indigene Völker gibt? Das ethnienreichste Land der Welt ist Uganda. Hier werden 43 verschiedene Sprachen gesprochen.

…das Ethnologische Museum in Berlin schon 1873 gegründet wurde? Heute umfasst die Sammlung etwa 500.000 Ausstellungsstücke aus allen Erdteilen und gehört damit zu den bedeutendsten Museen seiner Art. 

Theorie
- vs -
Praxis

Gewinner: Unentschieden

Im Ethnologie-Studium halten sich die theoretischen und praktischen Abschnitte die Waage. Dabei überwiegt zu Studienbeginn die Theorie, wohingegen einige Zeit später die Praxis im Vordergrund steht. Nachdem du dich durch unzählige, meist englischsprachige, Fachtexte gebissen und dir die wissenschaftlichen Grundlagen des Faches angeeignet hast, bist du in der Lage, diese praktisch anzuwenden. Viele Universitäten bieten die Möglichkeit, ein Semester im Ausland zu verbringen, oder ermöglichen einen Forschungsaufenthalt im außereuropäischen Ausland. Hierbei kann man sich aktiv in die Feldforschung einbringen und das im Bachelor-Studium Gelernte unter Beweis stellen. 

Die meiste Zeit im Studium verbringst du mit…

  • …der Suche nach Fachliteratur in der Bibliothek, beispielsweise zu Alltag und Kultur in Ruanda.
  • …englischsprachigen Fachtexten.
  • …der Vorbereitung auf Referate und Klausuren.
  • …dem Lernen einer Sprache, zum Beispiel Suaheli.
  • …Hausarbeiten.

Beispiele für Vorlesungen & Seminare

  • - Digitalisierte Seidenstraße: Die digitale Erfassung von informellen Märkten und Handelswegen in Eurasien
  • - Kirgisisch für Anfänger/Fortgeschrittene
  • - Gender-Konzepte in der Entwicklungszusammenarbeit
  • - Indigen? Traditionell? Sonstig? Religiöse Traditionen in Afrika
  • - EU-Flüchtlingspolitik und Migration

Mögliche Master-Studiengänge

Ethnologie - Kultur- und Sozialanthropologie - Kultur und Gesellschaft Afrikas - Visual and Media Anthropology - Transcultural Studies - Interkulturelle Kommunikation und Bildung - Culture and Environment in Africa - Health and Society in South Asia
Willkommen an der Uni

Tipps für Erstis

1. Besuche berufsvorbereitende Veranstaltungen:

Viele Studiengänge, die sich mit Kulturwissenschaften beschäftigen, bieten keine Grundausbildung für einen konkreten Beruf – so auch der Studiengang Ethnologie. Viele Unis bieten deshalb berufsvorbereitende Seminare wie „Journalismus für Ethnologen“ oder „Kultur als Beruf“ an. Wenn du schon während des Bachelors genau weißt, in welche Richtung es für dich später einmal gehen soll, kannst du damit bereits wertvolle Erfahrung sammeln. Außerdem bieten die Veranstaltungen eine tolle Möglichkeit, Einblicke in bestimmte Berufsfelder zu erhalten. Die Studienberatung hilft dir sicherlich weiter.

2. Lass dich nicht von Fachtexten abschrecken:

Der Übergang von Schule zu Universität fällt immer schwer, und du bist nicht der einzige, der damit Probleme hat. Insbesondere die englischen Fachtexte stellen einen krassen Unterschied zu den Lehrinhalten der Schule dar. Doch lass dich davon nicht abschrecken! Es ist völlig normal, dass es dir zu Beginn des Studiums schwer fällt. Dies legt sich normalerweise mit der Zeit. Englische Fachliteratur stellt für die meisten Studenten nach etwas Eingewöhnungszeit keine große Hürde mehr dar.

3. Lerne eine Sprache:

Es macht sehr viel Sinn, während seines Ethnologie-Studiums eine neue Sprache zu lernen. Hierbei sollte es sich aber nicht gerade um Französisch oder Spanisch handeln, sondern eher um eine etwas außergewöhnliche Sprache wie Kirgisisch, Suaheli oder Afrikaans. Universitäten mit regionalen Forschungsschwerpunkten bieten eigentlich immer Sprachkurse an. Die Sprache der Menschen zu sprechen, mit denen du dich beschäftigst, ist ein enormer Vorteil und später für eventuelle Forschungen unabdingbar. Auch die Kombination aus Ethnologie und einem Sprach-Studiengang im Nebenfach bietet sich an.

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