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Geoökologie-Studium: Alle Infos

Die beliebtesten Unis für dieses Fach
Diese Unis wurden von anderen Studenten als beste in diesem Fach bewertet

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Jede gute Kindersendung klärt uns darüber auf, wie wir mit wenigen Mitteln einen Beitrag zum Umweltschutz leisten können. Die Heizung um zwei Grad runterdrehen, Müll ordentlich trennen und immer in die Tonnen statt auf den Boden werfen zum Beispiel. Studierst du Geoökologie, wirst du jedoch noch ganz andere Methoden des Umweltschutzes kennenlernen. In diesem Studiengang lernst du, die Funktionsweise diverser Ökosysteme zu verstehen und wie diese vom Menschen beeinflusst – und oft leider auch beeinträchtigt – werden. Gemeinsam mit deinen Kommilitonen wirst du die so entstehenden Probleme auf ihre Ursprünge zurückverfolgen und Lösungsvorschläge ausarbeiten. Ein solides naturwissenschaftliches Wissen in Mathe, Physik und Chemie, das du dir im Bachelorstudium aneignest, hilft dir dabei. Ein nicht ganz so einfaches naturwissenschaftliches Studium, das dafür am Ende mit sehr guten Berufsaussichten winkt.

Klischee-Vorstellung vs. Realität

Was stimmt, was nicht

»Geoökologen laufen schmuddelig rum«

Wenn du eine Gruppe von Studenten siehst, die so wirken, als wären ihre Klamotten von vorgestern, liegt das vielleicht daran, dass sie sich gleich dreckig machen. Das müssen dann übrigens nicht zwangsweise angehende Geoökologen gewesen sein. Denn in vielen Naturwissenschaften aus dem Bereich der Geografie und Umweltwissenschaften stehen Exkursionen auf der Tagesordnung. Also streich das „schmuddelig“ aus dem Klischee und ersetze es durch „wie auf Außeneinsatz vorbereitet“, denn das trifft eher zu.

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»Geoökologen sind Gutmenschen!«

Mal ehrlich, muss man darauf großartig eingehen? „Gutmensch“ ist das Unwort des Jahres 2015 und wird schon seit den 80er-Jahren vor allem als politischer Kampfbegriff verwendet, um Menschen als naiv in ihrem moralischen Handeln zu beschreiben und Political Correctness als zweifelhaft oder unnütz darzustellen. Sich für Umweltprobleme zu interessieren, ihre Hintergründe erforschen und Lösungen entwickeln zu wollen in Zeiten, in denen man eher mit weißen Ostern als weißer Weihnacht rechnen kann, dürfte nun wirklich nicht als sonderlich naiv gelten.

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»Geoökologen können nicht flirten«

Wer flirten kann und wer nicht, kann man nicht wirklich am Studienfach festmachen. Es wird in der Tat aber oft den Studierenden der Naturwissenschaften nachgesagt, schlecht darin zu sein, romantische Bekanntschaften zu knüpfen. Dafür wird allerdings auch gesagt, dass diese sehr verlässliche und treue Partner und Partnerinnen sind ;)

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Spezialisierungen

Alle Schwerpunkte für dein Fach

Modellierung
Modellierung, oft auch Umweltplanung genannt, ist quasi das Ziel der Geoökologie. Dabei geht es um die Planung von Maßnahmen, um Ökosysteme zu retten oder zu erhalten und gleichzeitig für den Menschen nutzbar zu machen. Dazu werden Daten ausgewertet, Simulationen abgespielt und Methoden aus der Landschafts-, Raum- und sogar Stadtplanung angewendet. Ein Beispiel ist die Berechnung des Anteils der Grünflächen in einem Stadtgebiet und die anschließende Bewertung, ob neue Flächen angelegt werden müssen und welche Gebiete sich dafür eignen würden.
Biogeographie
Der Name lässt es schon erahnen: Es handelt sich bei der Biogeographie um einen Mix aus Biologie und Geografie. Hier betrachtest du Bioökosysteme und deren räumlichen Ausbreitung sowie deren geschichtliche Veränderung. Du lernst die Welt in verschiedene biogeografische Regionen wie alpin, arktisch, mediterran oder boreal einzuteilen und findest Erklärungen dafür, wie sich Flora und Fauna in der Welt ausgebreitet haben. Dabei konzentrierst du dich entweder auf die Phytogeographie (Pflanzengeographie) oder Zoogeographie (Tiergeographie). Das Wissen aus der Biogeographie kann dann genutzt werden, um natürliche Lebensräume zu retten und zu erhalten.
Hydrogeologie
Hydrogeologie Vom Namen her könnte man denken, dass es einfach um die Untersuchung der Wasserbestände der Welt geht. Doch das ist nicht ganz richtig. Die Hydrogeologie konzentriert sich ganz auf das Grundwasser, das in der oberen Erdkruste angesammelt ist. Hydrogeologen verschaffen sich anhand geologischer Daten, Bohrungen und chemischer Analysen einen Überblick über die Trinkwasservorräte und können Wasserverschmutzungen buchstäblich auf den Grund gehen. Mithilfe von dreidimensionalen Modellen entwickeln Hydrogeologen schließlich Lösungen, um Trinkwasservorräte abzusichern oder bereits verschmutztes Wasser zu reinigen. Auch die Beratung bei Bauvorhaben in grundwasserreichen Gebieten gehört zu ihren Aufgaben.
Neobiotaforschung
Als Neobiota bezeichnet man Lebewesen, die sich in einem Gebiet ansiedeln, in dem es sie vorher noch nicht gegeben hat. Dabei unterscheidet man zwischen Pflanzen, den Neophyten, während man bei Tieren von Neozoen und bei Pilzen von Neomyceten spricht. Klingt komplizierter, als es im Grunde ist, oder? Bei dieser Spezialisierung schaut man sich also an, wie verschiedene Lebewesen in andere Erdteile gekommen sind und sich an die veränderten Lebensbedingungen angepasst haben beziehungsweise Einfluss auf ihren neuen Lebensraum genommen haben. Klassische Beispiele: Die Wanderratte, die sich über Frachtschiffe auf der ganzen Welt verbreiten konnte, oder die dickstielige Wasserhyazinthe – hierzulande gerne als Zierpflanze für Teiche genutzt, weltweit als Unkraut verpöhnt.
Ökotoxikologie
Bei dieser Spezialisierung geht es vor allem um eins: Schadstoffe. Smog, chemische Abfälle, aber auch der Befall eines Gebiets durch Algen oder Bakterien werden untersucht. Hier wird vor allem auf Versuche direkt in der Natur oder in sogenannten Modellökosystemen zurückgegriffen, um möglichst echte Ergebnisse zu erzielen. Denn die Natur ist unberechenbar und kann auf Gifte oder Schädlinge noch einmal ganz anders reagieren, als man in Laborversuchen beobachtet. Dabei untersucht man Gefahrenstoffe und deren Auswirkungen getrennt für die drei Bereiche Boden, Wasser und Luft.

Wusstest du schon, dass...

2014 der damals 19-jährige Niederländer Boyan Slat mit „The Ocean Cleanup“ ein Filtersystem entwickelt hat, um die Weltmeere von Plastikmüll zu befreien? Ein Prototyp soll im zweiten Quartal 2016 zwischen Japan und Südkorea in Betrieb genommen werden.

künstliches Licht im Übermaß als „Lichtverschmutzung“ ebenfalls ein Umweltproblem darstellt? Es greift maßgeblich in den Tag-Nacht-Rhythmus vieler Tiere und der Menschen selbst ein und stört den Orientierungssinn nachtaktiver Lebewesen. Man denke nur an Straßenlaternen voller Fliegen und Motten…

über 50% der Waldbäume in Deutschland Schäden aufweisen? Hauptursachen sind Schadstoffe durch Abgase aus dem Verkehr und der Industrie.

Theorie
- vs -
Praxis

Gewinner: Unentschieden

Du wirst im Geoökologie-Studium zu Beginn einiges an Stoff in den klassischen naturwissenschaftlichen Fächern Bio, Physik, Chemie und Mathe zu pauken haben. Stell dich in den ersten Semestern also auf einige Stunden Bücherwälzen ein. Allerdings wirst du auch schon sehr bald in die ersten Laborpraktika gehen, in denen du Bodenproben analysierst, den Schadstoffgehalt aus Gewässern ermittelst und deine Ergebnisse in Praktikumsberichten zusammenträgst. In Potsdam haben Absolventen der Geoökologie sogar im 3. Studienjahr ein festgeschriebenes Berufspraktikum zu absolvieren. Exkursionen stehen dazu natürlich auch auf dem Plan, schließlich wollen die im Labor verwendeten Proben auch fachgerecht gesammelt werden. Versuche und Bestimmungsübungen vor Ort gehören ebenso dazu wie Grundlagen in der Nutzung von Programmen aus der Geoinformatik zur Erfassung geographischer Daten. Insgesamt ist das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis im Geoökologie-Studium recht ausgeglichen.

Die meiste Zeit im Studium verbringst du mit…

  • …den Naturwissenschaften Mathe, Bio, Chemie und Physik.
  • …der Analyse verschiedener Proben.
  • …Laborpraktika.
  • …Exkursionen und Begehungen.
  • …Arbeiten am Computer.

Beispiele für Vorlesungen & Seminare

  • - Mathematik für Naturwissenschaftler
  • - Ökologie der Pflanzen
  • - EDV für Geoökologen
  • - Klimatologie
  • - Laborübungen zur Hydrochemie

Mögliche Master-Studiengänge

Geologie - Physische Geographie - Umweltwissenschaften - Geowissenschaften
Willkommen an der Uni

Tipps für Erstis

1. Brace yourself, Chemie is coming:

Im Geoökologie-Studium wirst du eine Menge Fachwissen aus den Naturwissenschaften brauchen. Da viele zur Schulzeit aber nicht durchgängig Chemie (oder auch Physik) haben, kann es sein, dass auch dir einiges an Stoff fehlt, den du nachholen musst. Daran scheitern viele. Damit dir das nicht passiert, kannst du dir von der Studienberatung deiner Uni genau erklären lassen, wie du im Bachelor am besten mithilfe von Tutorien und Vorkursen diesen Stoff nachholen kannst. Vorkurse sind meistens (nicht immer!) freiwillig, aber dennoch wärmstens zu empfehlen.

2. Andere Unis, andere Sitten:

Gilt eigentlich auch für die meisten Studiengänge, kann aber bei Geoökologie einen großen Einfluss auf deinen Studienverlauf haben. Denn je nach Uni hast du ganz andere Schwerpunkte im Bachelorstudium. In Bayreuth steht zum Beispiel die Biogeographie im Vordergrund, während in Freiberg ein Schwerpunkt auf Ökotoxikologie und Atmosphärenforschung gelegt wird. Und sogar Management-Seminare kannst du dort besuchen. Schau dir also auf jeden Fall jedes Modulhandbuch der verschiedenen Universitäten kurz an, die für dich in die engere Auswahl für dein Studium kommen.

3. Kleider machen Leute:

Viele Veranstaltungen in Geoökologie sind mit Begehungen und Exkursionen verbunden. Dabei handelt es sich um Bestimmungsübungen, Probenentnahmen und Besichtigungen im freien Gelände bei Wind und Wetter. Es ist daher auf jeden Fall ratsam, dir rechtzeitig ein paar wasser-, wind- und reißfeste Klamotten und gutes Schuhwerk zuzulegen, was robust ist und auch schmutzig werden darf. Auch eine dicke Jacke bietet sich an, denn solche Übungen finden durchaus auch im Wintersemester statt, und man will schließlich nicht frieren, wenn man zum Studieren von Erdproben Bohrungen im Boden durchführt.

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