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Heilpädagogik Studium: Alle Infos

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Bei dem Wort „Heilpädagogik“ denken manche vielleicht spontan an Bachblüten, Heilsteine und homöopathische Tinkturen. Du weißt natürlich, dass diese Assoziationen blanker Unsinn sind und nichts mit dem Heilpädagogik Studium zu tun haben. Die Heilpädagogik ist – wie der Name eigentlich schon sagt – eine erziehungswissenschaftliche Disziplin. Ihr Ziel ist es, Menschen, die auf irgendeine Art und Weise benachteiligt oder ausgegrenzt werden, zu helfen. Das können Patienten mit psychischen Beeinträchtigungen oder Verhaltensauffälligkeiten sein, aber auch solche mit körperlichen oder geistigen Behinderungen. Dabei bekämpfen Heilpädagogen keine Einzelsymptome, sondern versuchen, die individuellen Fähigkeiten ihrer Patienten zu erkennen und zu nutzen, um Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. In deinem Heilpädagogik Studium lernst du nicht nur alles, was du über Therapie, Betreuung und Inklusion deiner zukünftigen Patienten wissen musst, damit sie ein möglichst eigenverantwortliches Leben führen können. Entschließt du dich, Heilpädagogik zu studieren, hast du darüber hinaus auch noch Vorlesungen und Seminare mit medizinischen Inhalten. 

Klischee-Vorstellung vs. Realität

Was stimmt, was nicht

»Heilpädagogen sind Ökos.«

Wenn du mit „Öko“ Jemanden meinst, der nur Bio Essen kocht und bei einer Grippe-Epidemie ausschließlich zu Naturheilkunde greift, lass dir gesagt sein: Das hat mit Heilpädagogik nicht viel zu tun. Schon allein deshalb, weil du im Heilpädagogik Studium die medizinischen Grundlagen genauso pauken musst wie wissenschaftliche Theorien zur Pädagogik.

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»Heilpädagogik ist eine Pseudowissenschaft.«

Mitnichten. Die Heilpädagogik vereint sogar gleich mehrere wissenschaftliche Disziplinen in sich: Von der Pädagogik, über die Sozialwissenschaft bis hin zur Medizin. Je nachdem, welchen Schwerpunkt du dir in deinem Heilpädagogik Studium aussuchst, gehören sogar Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre und Politikwissenschaften zum Lernstoff.

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»Heilpädagogen sind immer auch ein bisschen Weltverbesserer.«

Tatsächlich sollte man eine gewisse Portion Idealismus und ein Weltverbesserungs-Gen weniger für das Heilpädagogik Studium als vielmehr später für den Berufsalltag mitbringen. Die Arbeit mit psychisch Kranken und Patienten mit geistiger oder körperlicher Behinderung kann nämlich sehr anstrengend und fordernd sein. Wer seinen Beruf da nicht in erster Linie aus Berufung macht, wird es schwer haben.

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Spezialisierungen

Alle Schwerpunkte für dein Fach

Kulturpädagogik
Um die Bezeichnung „Kulturpädagogik“ streiten sich einige Gelehrte noch heute – trotzdem kannst du diesen Fachbereich an manchen Hochschulen als Heilpädagogik Spezialisierung auswählen. Der Grundsatz der Kulturpädagogik könnte lauten: Schau über deinen Tellerrand und werde aktiv! „Kultur“ kennt für den Kulturpädagogen keine Grenzen – solange der Kulturkonsum aktiv stattfindet. Statt ins Museum zu gehen und dir dort die Gemälde anzuschauen, greifst du lieber selbst zu Pinsel und Farben. Während des Studiums wirst du zahlreiche kreative Techniken lernen, die verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen dabei helfen können, aus ihrem Schneckenhaus herauszukommen.
Sonderpädagogik
Du hast einen ganz besonderen Draht zu Kindern und Jugendlichen, ein großes Herz und viel Geduld? Warum dann nicht Lehrer an einer Sonderschule werden? Das funktioniert über das Lehramtsstudium der Sonderpädagogik – eine weitere Heilpädagogik Spezialisierung. Hier kannst du dir – je nach Hochschule – eine bestimmte Fachrichtung aussuchen. Je nachdem, ob du nach deinem Referendariat mit Schülern arbeiten möchtest, die ein geistiges oder ein körperliches Handicap haben. Spezialisierst du dich auf den Bereich Erziehungshilfe, wirst du später Lehrer an Förderschulen und betreust dort verhaltensauffällige Schüler, die besondere Aufmerksamkeit brauchen.
Gesundheitsförderung
Wir haben nur diese eine Gesundheit und sollten gut darauf aufpassen. Du bist der gleichen Meinung? Warum dann nicht den Menschen dabei helfen, ihr Leben so zu gestalten, dass manche Krankheiten erst gar keine Chance haben? Wählst du für dich die Heilpädagogik Spezialisierung Gesundheitsförderung, tust du genau das: Du lernst, wie man gesundheitsfördernde Maßnahmen plant, durchführt und kontrolliert. Läuft etwas nicht nach Plan, sorgst du für eine rasche Verbesserung. Ein weiteres wichtiges Thema der Gesundheitsförderung ist die Frage, warum Gesundheitschancen in unserer Gesellschaft so ungleich verteilt sind und was man dagegen tun kann.

Wusstest du schon, dass...

…die erste Hochschule für Heilpädagogik Anfang des 20. Jahrhunderts in Budapest gegründet wurde?

…der Fachbereich Heilpädagogik während der NS-Diktatur in Deutschland praktisch abgeschafft war?

…man die Heilpädagogik in der DDR Rehabilitationspädagogik nannte?

Theorie
- vs -
Praxis

Gewinner: Unentschieden

Theorie und Praxis halten sich im Heilpädagogik Studium im weitesten Sinne die Waage. Das liegt zum Teil daran, dass dieses Studium in Deutschland ausschließlich an Fachhochschulen angeboten wird, die im Vergleich mit Universitäten eher praxisorientiert ausgerichtet sind. Aber auch an dem Fach an sich, denn für deinen späteren Berufsalltag musst du den persönlichen Umgang mit deinen Patienten genauso beherrschen, wie das fachliche Know-how. Das heißt für dich, dass du in den ersten zwei Semestern erstmal die Grundlagen der Heilpädagogik lernen wirst, um dann im Anschluss ein Praxissemester zu absolvieren. Je nach Fachhochschule hast du sogar die Möglichkeit, im Verlauf deines Studiums zwei praktische Semester einzulegen. Auch Projektarbeit im Team steht in fast allen Fällen in deinem Heilpädagogik Studium auf dem Stundenplan. 

Die meiste Zeit im Studium verbringst du mit…

  • ...Praktika.
  • ...Lern- und Projektgruppen.
  • ...dem Lernen medizinischer Begriffe.
  • ...Ethikseminaren.
  • ...heilpädagogischen Theorien.

Beispiele für Vorlesungen & Seminare

  • - Soziologische Grundlagen inklusiver Pädagogik und Heilpädagogik
  • - Bindungstheorien und Bindungsforschung
  • - Rechtliche Rahmenbedingungen Inklusiver Heilpädagogik
  • - Diversity-Lernen und Diversity-Management in der Einwanderungsgesellschaft
  • - Neuropsychiatrische Epidemiologie

Mögliche Master-Studiengänge

Soziale Inklusion - Klinische Heilpädagogik - Management im Gesundheitswesen - Soziale Arbeit
Willkommen an der Uni

Tipps für Erstis

1. Starte mit einem Praktikum:

Viele Fachhochschulen verlangen von ihren Heilpädagogik Studenten, dass diese sich schon zum Studienbeginn auf eine bestimmte Fachrichtung festlegen. Ohne praktische Erfahrung wird dir diese Entscheidung zum einen sehr schwer fallen und zum anderen könntest du erst während deines Studiums merkst, dass dir dein Hauptfach eigentlich doch nicht so viel Spaß macht wie gedacht. Wenn deine FH ein solches Praktikum also nicht schon für die Bewerbung verlangt, solltest du dich freiwillig um eins kümmern.

2. Reflektiere dich selbst:

Vielleicht wirst du es im Heilpädagogik Studium noch nicht so stark merken, aber später im Berufsalltag ist es sehr wichtig, dass du eine gefestigte Persönlichkeit mitbringst und selbstbewusst auftrittst. Denn die Arbeit mit benachteiligten Patienten kann schnell an die Substanz gehen. Lege dir also schon während deines Studiums ein dickes Fell zu und kenne nicht nur deine fachlichen, sondern vor allem deine persönlichen Qualitäten.

3. Keine Angst vor der Selbstständigkeit:

Keine Frage, Heilpädagogik ist ein spannendes und herausforderndes Fach, in dem du jeden Tag etwas Neues lernst, deinen Patienten viel geben kannst und auch ebenso viel zurückbekommst. Leider bieten nicht viele Fachhochschulen in Deutschland diesen Studiengang an. Informiere dich also, ob vielleicht ein Umzug anstehen könnte und ob du dafür bereit wärst, bevor du dich um einen Studienplatz im Fach Heilpädagogik bewirbst.

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Wie der Name schon sagt bildet die Pädagogik in einem gewissen Sinne die Basis der Heilpädagogik. Die Disziplin der Pädagogik beschäftigt sich aber in einem eher abstrakten Sinn mit den Zusammenhängen und Funktionsweisen von Erziehung und Bildung in der Gesellschaft und ist im direkten Vergleich weniger spezifisch ausgerichtet.

Die Soziale Arbeit ist quasi die Schwester der Heilpädagogik und teilt sich unter anderem das Ziel Hilfe zur Selbsthilfe mit ihr. Auch hier liegt der Fokus in erster Linie auf Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft oder ihres sozialen Status‘ ausgegrenzt oder benachteiligt werden – allerdings ohne die medizinische Komponente der Heilpädagogik.

Im Gesundheitsmanagement Studium liegt der Fokus weniger auf der medizinischen bzw. pädagogischen Praxis, sondern hauptsächlich auf betriebswirtschaftlichen und gesundheitswissenschaftlichen Inhalten. Nach deinem Studium bist du ein Fachmann auf dem Gebiet der Verwaltung und der wirtschaftlichen Organisation von Krankenversicherungen oder Kliniken.

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Fachlich gibt es nur minimale Unterschiede zwischen Heil- und Sonderpädagogik, denn in beiden Fächern geht es im Wesentlichen um die Inklusion benachteiligter Menschen. Sonderpädagogen, die auf Lehramt studieren können, werden aber häufiger im schulischen Betrieb und der Kinder- und Jugendarbeit eingesetzt – Heilpädagogen sind eher außerschulisch tätig.

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