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Kognitionswissenschaft-Studium: Alle Infos

Die beliebtesten Unis für dieses Fach
Diese Unis wurden von anderen Studenten als beste in diesem Fach bewertet

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Denke bitte nicht an ein kleines, gelbes Auto! Ups, doch gemacht? Und jetzt versuche unter gar keinen Umständen, diesen Text mit der Stimme von Sheldon Cooper zu lesen! Zu spät…Doch wie kommt es, dass du seine Stimme jetzt im Kopf hattest? Woher kommt überhaupt dieser innere Vorleser, wie funktioniert sowas wie Lesen, Denken, sich etwas vorzustellen und etwas zu verstehen eigentlich? Und welche Rolle spielt dabei unser Gehirn? Genau diese Fragen sind es, welche die Kognitionswissenschaft zu beantworten versucht. Dabei erwartet dich ein interdisziplinärer Studiengang mit vielen Elementen aus der Mathematik, Biologie, Psychologie, Linguistik und Informatik. Gerade letzteres Fach nimmt einen wichtigen Teil in der Kognitionswissenschaft ein, denn ihre Ergebnisse tragen dazu bei, die Entwicklung künstlicher Intelligenzen voranzutreiben, die selbstständig denken und agieren können sollen. Klingt nach Science-Fiction? Herzlichen Willkommen in der Kognitionswissenschaft.

Klischee-Vorstellung vs. Realität

Was stimmt, was nicht

»Kognitionswissenschaftler lassen den ganzen Tag Roboter Fußball spielen«

Tatsächlich geschehen in den praxisnahen Veranstaltungen viele interessante und natürlich auch spaßige Experimente. Das können Leseübungen unter erschwerten Bedingungen sein, Sehtests, Assoziationsspiele – oder eben das Arbeiten mit Robotern. Was dabei aber nie zu kurz kommt: Vorbereitung, Auswertung und Protokoll. Schließlich passiert das alles im Namen der Wissenschaft, und da gehört dann auch immer ein großer Anteil Theorie dazu.

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»Kognitionswissenschaftler haben einfach nur den Psychologie-NC nicht geschafft«

Dagegen spricht, dass der NC für Kognitionswissenschaft selber nicht viel niedriger ist als der von Psychologie. Zudem wird Kognitionswissenschaften bisher noch an so wenigen Unis als Studiengang im Bachelor angeboten, dass die Studierenden doch eher genau wissen, was sie wollen. Warum jemand einen bestimmten Studiengang gewählt hat, fragt man aber am besten noch immer persönlich, da hat jeder seine eigene Geschichte zu erzählen.

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»Der Mensch nutzt nur 10 Prozent seines Gehirns«

Wenn dem so wäre, könntest du diesen Text eventuell nicht lesen und würdest dich wie ein Mensch, der unter Alzheimer leidet, verhalten. Denn zu jeder Zeit nutzt das Gehirn all seine Kapazitäten – lediglich im Schlaf werden nicht relevante Partien in eine Art Standby versetzt. Diese Aussage kam irgendwann zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf, nachdem vermehrt Physiologen und Wissenschaftler in ihren Arbeiten diskutierten, dass der Mensch sein ganzes geistiges Potential nicht ausnutzen würde. Daraus wurde dann irgendwann der sogenannt 10-Prozent-Mythos.

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Spezialisierungen

Alle Schwerpunkte für dein Fach

Künstliche Intelligenz
Diese informatiklastige Spezialisierung konzentriert sich auf die Automatisierung intelligenten Verhaltens. Klingt kompliziert? Ist es auch, denn darüber, was Intelligenz eigentlich sein soll, sind sich die Wissenschaftler selber noch nicht ganz einig. Ganz grob bezeichnet Intelligenz die Leistung des Menschen, mithilfe seiner Sinne seine Umwelt zu verstehen und darauf zu reagieren. Die künstliche Intelligenz beschäftigt sich, ähnlich wie die Robotik, dabei mit der Übertragung dieser Fähigkeiten in mathematische Modelle. Im Gegensatz zur Robotik, wo es dann vor allem um die „intelligente“ Ausführung von Bewegungen geht, ist ein Ziel der künstlichen Intelligenz, einem Computer kommunikativ auf Eindrücke reagieren zu lassen.
Funktionelle Bildgebung
Bildgebende Verfahren sind wichtig für die moderne Medizin und werden genutzt, um Körperfunktionen sichtbar zu machen, die uns ansonsten verborgen bleiben würden. Typische Beispiele sind die Magnetresonanztomographie (das MRT) oder die Computertomographie (das CT). Darüber hinaus gibt es aber auch eine ganze Reihe weiterer Methoden, welche Vorgänge im Körper sichtbar machen. Unter anderem wirst du lernen, wie die einzelnen bildgebenden Verfahren funktionieren, und entsprechende Bildausgaben zu „lesen“. So bist du in der Lage, selbst an der Weiterentwicklung solcher Geräte zu arbeiten, welche vor allem für die Darstellung der Vorgänge im Nervensystem und im Gehirn gedacht sind.
Robotik
Bäume lassen ihre Blätter im Herbst fallen, Antilopen flüchten, wenn sie das Gras rascheln hören, Menschen kneifen die Augen zu, wenn sie geblendet werden. Die Umwelt wahrzunehmen und mit ihr zu interagieren, ist für alle Lebewesen selbstverständlich. Es gibt schließlich keinen Moment im Leben, in dem wir dies nicht tun. Die Robotik oder auch Robotertechnik hat zum Ziel, genau diese zwei Konzepte – Wahrnehmung und Interaktion – auf mechanische Konstruktionen zu übertragen und ihnen somit „Leben“ zu verleihen. Dabei nutzt die Kognitionswissenschaft das Wissen aus der Informatik, Linguistik und Psychologie, um Wahrnehmungsvorgänge in einfach formulierbare Modelle zu übertragen, sogenannte kognitive Architekturen.

Wusstest du schon, dass...

…derjenige, der ein Programm schreibt, das es schafft, eine Person 25 Minuten lang davon zu überzeugen, dass sie mit einem echten Menschen chattet, den sogenannten Loebner-Preis im Wert von 100.000 Dollar gewinnt? Der Preis wurde 1991 ausgeschrieben, Diese Aufgabe ist als Turing-Test bekannt. Bisher hat es noch kein Programm gegeben, welches die Bedingungen des Loebner-Preises erfüllen konnte.

…in der modernen Wissenschaft nicht einfach nur von den fünf Sinnen Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten ausgegangen wird? Das Fühlen von Temperatur, Schmerzempfinden und der Gleichgewichtssinn werden unter anderem ebenfalls als eigene Sinne eingestuft. Die Wissenschaftler sind sich jedoch nicht ganz einig, deswegen schwankt die Anzahl der menschlichen Sinne zwischen 14 und 20.

…es Menschen gibt, die sich an alles Erinnern können, was sie bisher erlebt haben? Sie leiden unter dem sogenannten hyperthymestischen Syndrom. In ihrem Gehirn ist das sogenannte deklarative Langzeitgedächtnis besonders stark ausgeprägt, jede aufgenommene Situation und jede erlebte Situation wird als gleich wichtig oder emotional bedeutsam vom Gehirn gewertet und im Gedächtnis gespeichert.


Theorie
- vs -
Praxis

Gewinner: Theorie

Im Kognitionswissenschaft-Studium untersuchst du die Vorgänge und Voraussetzungen, welche unsere Kognition, also unseren geistigen Leistungen wie Denken und Sprechen, aber zum Beispiel auch Gefühle wie Liebe, Hass oder Trauer ermöglichen. Dabei geht man seit jeher davon aus, dass Denkprozesse wie Berechnungen vonstattengehen, man sie also auf mathematischer Ebene verstehen kann. Deswegen sind der Mathematik- und Informatikanteil im Studium sehr hoch. Es gibt vereinzelt auch Module, in denen du mit Computermodellen arbeitest, um zu Beispiel einem Roboter das Ergreifen einer Tasse beizubringen. Der Theorieanteil überwiegt im Kognitionswissenschaft-Studium jedoch deutlich.

Die meiste Zeit im Studium verbringst du mit…

  • …Mathematik und Informatik.
  • …kognitiven Architekturen und Algorithmen.
  • …Neurowissenschaft.
  • …mathematischen Modellen zur Beschreibung von Denk- und Wahrnehmungsprozessen.
  • …den Problemstellungen künstlicher Intelligenzen.

Beispiele für Vorlesungen & Seminare

  • - Kognitive Architekturen
  • - Kontroversen in der Kognitionswissenschaft
  • - Raum- und Zeitkognition
  • - Erlernen der Kinematik und zielgerichtete Ansteuerung eines Roboterarms
  • - Visuelle Wahrnehmung und Aufmerksamkeit

Mögliche Master-Studiengänge

Cognitive Science - Human Factors - Intelligente Systeme - European Master’s Programm in Computational Logic - Neuro-Cognitive Psychology - Neural & Behavioral Sciences - Angewandte Kognitions- und Medienwissenschaft - Language Science and Technology
Willkommen an der Uni

Tipps für Erstis

1. Be ready for Mathe, Mathe & Mathe:

Ähnlich wie im Psychologie-Studium erwartet dich in der Kognitionswissenschaft in den ersten Semestern sehr viel Mathe. Darauf solltest du vorbereitet sein. Schließlich geht man in der Kognitionswissenschaft vorrangig davon aus, dass man sich der Funktionsweise des Denkens am besten durch die Mathematik annähern kann. Die entsprechenden mathematischen Modelle muss man also auf Dauer parat haben. Beiß also die Zähne zusammen, wenn du es in der Schule nicht so mit Mathe hattest, und nimm Tutorien in Anspruch. Dort bist du sicher nicht alleine :)


2. Träumen Androiden von elektrischen Schafen?

Was ist der Unterschied zwischen Menschen und Maschinen, die manchmal selbst nicht wissen, dass sie nur Maschinen sind? Sind Intelligenz, Emotionen und Empathie rein „menschliche“ Eigenschaften? Leitfragen für zahlreiche Gedankenspiele, von denen eines zum Roman „Do Androids Dream of Electric Sheep?“ vom US-amerikanischen Schriftsteller Philip Kindred Dick wurde – besser bekannt als „Blade Runner“. Eine ausdrückliche Leseempfehlung, wenn man sich mit kognitionswissenschaftlichen Fragen mal auf literarischer Ebene auseinandersetzen möchte. Der Turing-Test kommt in leicht abgewandelter Form übrigens auch vor.


3. Denk früh über deine beruflichen Perspektiven nach:

Kognitionswissenschaftler haben es noch nicht so leicht, in der freien Wirtschaft mit einem BA-Abschluss einen Job zu finden. Einen Master solltest du also in jedem Fall in Erwägung ziehen und auch darüber nachdenken, in welche Richtung du dich spezialisieren möchtest. Davon hängt nämlich ab, wohin es für dich beruflich gehen kann. Zudem kann dies auch Auswirkungen auf die Wahl deiner Uni haben. Informiere dich am besten bei der Studienberatung der jeweiligen Uni, welche thematischen Schwerpunkte in ihrem Studienangebot gelegt werden, damit du weißt, welche Möglichkeiten du an den jeweiligen Standorten hast.

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