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Lebensmittelchemie-Studium: Alle Infos

Die beliebtesten Unis für dieses Fach
Diese Unis wurden von anderen Studenten als beste in diesem Fach bewertet

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Gammelfleisch, Pferde-Lasagne und Dioxin: Schmeckt es dir auch nicht, immer wieder von derartigen Skandalen hören zu müssen? Wieso dann nicht Lebensmittelchemie studieren und einen Teil dazu beitragen, dass Produkte dem Lebensmittelrecht und EU-Verordnungen entsprechen? Im Studium untersuchst du Lebensmittel, Kosmetika, Futtermittel und Bedarfsgegenstände im Labor mikrobiologisch und chemisch auf ihre Inhaltsstoffe. Dabei betrachtest du den Inhalt qualitativ und quantitativ, erforscht also, welche Stoffe in welcher Menge enthalten sind. Daraus kannst du schlussfolgern, ob das Produkt die gesetzlichen Mindest- und Höchstmengen einhält oder wie es auf bestimmte Zusätze oder Temperaturen reagiert. Dazu ist natürlich auch ein hohes Maß an Theorie notwendig, die bei dem interdisziplinären Fach Lebensmittelchemie aus verschiedensten Fachrichtungen wie Mathe, Biologie oder Pharmazie kommt.

Klischee-Vorstellung vs. Realität

Was stimmt, was nicht

»Lebensmittelchemiker verseuchen unser Essen!«

Keineswegs. Auch wenn Bio-Siegel auf Produkten gerade überaus „in“ sind – nur, weil das Wort „Chemie“ drinsteckt, muss Lebensmittelchemie nichts schlechtes heißen. Der Stoffwechsel selbst ist schließlich auch ein (bio-)chemischer Vorgang. Man könnte eher sagen: In der Lebensmittelchemie lernt man, wie man Produkt „entseucht“ und Qualitätsstandards sichert.

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»Tiefkühlkost ist immer Chemie!«

Schon Alexander der Große und Nero haben Nahrung ohne großes Fachwissen und chemische Hilfe gekühlt. Heute gilt Tiefkühlung sogar als schonendste Konservierungsform: Im Vergleich zur Lagerung bei Zimmertemperatur bleiben gekühlt immerhin 80 Prozent der Vitamine und Nährstoffe bis zu einem halben Jahr erhalten. Die Tiefkühlkost muss dementsprechend nicht noch zusätzlich durch Chemie haltbarer gemacht werden. Dennoch hängt es selbstverständlich auch immer vom entsprechenden Lebensmittel ab, ob und wie viel Chemie im Spiel ist.

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»Das wird doch alles an Tieren getestet!«

In der Kosmetikbranche gibt es leider auch heute noch einige Ausreißer. In den meisten Fällen geht es aber ohne Tierversuche. Doch Lebensmittelchemie befasst sich nun einmal auch mit Futtermitteln für Tiere, und man kann sicher davon ausgehen, dass Katzen- oder Hundefutter nicht von Menschen verkostet wird.

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Spezialisierungen

Alle Schwerpunkte für dein Fach

Lebensmittelbiotechnologie
Diese Spezialisierung steht der Verfahrenstechnik nahe. Hier kannst du die Herstellungsprozesse für sogenannte funktionelle Lebensmittelzusatzstoffe, beispielsweise Prä- oder Probiotika, unter die Lupe nehmen. Ebenfalls einen großen Fokus richtet die Lebensmittelbiotechnologie auf die Produktion organischer Säuren. Hier wirst du voraussichtlich nicht ganz so tief in die Naturwissenschaften eindringen wie in der Lebensmittelchemie selbst. Dafür erwarten dich aber Einblicke in technische beziehungsweise biotechnologische Aspekte der Lebensmittelherstellung wie zum Beispiel den Einsatz von Mikrokulturen in der Herstellung eines Milchproduktes oder im Brauprozess für Bier.
Medizinische Chemie
Die Wahl dieser Spezialisierung empfiehlt sich genau dann, wenn du deine berufliche Zukunft in der Pharmazie siehst. Denn innerhalb der medizinischen Chemie wirst du dich umfassend mit Arzneistoffen, genauer gesagt mit deren Synthese und Herstellung, befassen. Aus diesem Grund werden in der medizinischen Chemie sehr viele verschiedenen Disziplinen zu Rate gezogen, wie die organische Chemie, die Biologie, Informatik, Physiologie und die Pharmazie. Neben den chemischen wirst du auch den einen oder anderen Blick auf die technischen Aspekte der Arzneistoff-Entwicklung werfen können. Du solltest also keine Scheu vor Verfahrens- oder Prozesstechnik haben.
Toxikologie
Das Wort Toxikologie steht für Giftkunde. Demnach wirst du dich in dieser Spezialisierung mit Giftstoffen und deren Auswirkungen auseinandersetzen, genauso wie auch mit der Behandlung im Falle einer Vergiftung. Die Toxikologie ist interdisziplinär, da sie Inhalte aus den Bereichen Biochemie und Pharmakologie vereint. In der Lebensmittelchemie kommst du zumindest um Einführungen in die Toxikologie nicht herum, schließlich sollst du ja auch lernen, unter welchen Aspekten du die Zusammensetzung der Produkte überhaupt untersuchen musst oder welche Dosis welchen Stoffes eigentlich giftig ist.
Umweltchemie
Auch diese Spezialisierung wird als Teilgebiet der Chemie angesehen. Die Umweltchemie, auch ökologische Chemie genannt, befasst sich vor allem mit den Auswirkungen chemischer Stoffe auf die Umwelt. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Stoffe natürlich oder unnatürlich in die Umwelt gelangen – unnatürlich meint dabei beispielsweise durch Dünger oder Abgase, natürlich bezieht sich zum Beispiel auf die Giftabgabe von Pilzen. Ebenfalls in die Untersuchungen der Umweltchemie fällt das Thema Abfallentsorgung. Bei solchen Themenkomplexen dürfte es nicht überraschen, dass sich auch diese Spezialisierung bei Nachbardisziplinen wie der Biologie, Chemie, Meteorologie, Toxikologie und Ökologie bedient.

Wusstest du schon, dass...

…im Zweiten Weltkrieg „Hausfrauenschokolade“ verkauft wurde? Sie bestand aus Pralinen angereichert mit Pervitin, heute bekannt als Meth.

…in 150g Erdbeerjoghurt laut Lebensmittelrecht nur eine halbe Erdbeere enthalten sein muss?

…es von der Deutschen Gesellschaft für Fettwissenschaft Empfehlungen mit dem Titel „Optimal Frittieren“ gibt, welche das Frittieren auch wissenschaftlich aufbereiten?

Theorie
- vs -
Praxis

Gewinner: Unentschieden

Wenn du Lebensmittelchemie studierst, wirst du eine Menge Zeit im Labor verbringen und praktisch arbeiten – an mancher Uni mehr, an mancher weniger. Dennoch haben die meisten Hochschulen gemeinsam, dass du gerade im Grundstudium viel Theorie aufarbeiten musst, bevor du in die Praxis gehst. Vor allem werden dir Einblicke in Chemie vermittelt, beispielsweise in die allgemeine, die anorganische, aber auch in die analytische oder die physikalische. Du deckst in diesem Bereich also unterschiedlichste Felder ab. Ergänzt wird die Chemie durch die Biologie, Physik und Mathematik, deren Inhalte speziell auf Chemiker zugeschnitten sind. Das nimmt gerade zu Beginn des Studiums einige Zeit in Anspruch.

Die meiste Zeit im Studium verbringst du mit…

  • …Chemie, von der allgemeinen über die (an-)organische bis hin zur physikalischen.
  • …Lebensmittelrecht.
  • …Toxikologie.
  • …Analytik.
  • …Grundlagen in Biodiversität und Mikrobiologie.

Beispiele für Vorlesungen & Seminare

  • - Bakteriologie der Lebensmittel
  • - Ernährungslehre
  • - Chemometrie
  • - Molekularbiologische Analytik
  • - Chemie und Analytik der kosmetischen Mittel

Mögliche Master-Studiengänge

Lebensmittelchemie - Ökotrophologie - Chemie - Lebensmitteltechnologie - Ernährungswissenschaft
Willkommen an der Uni

Tipps für Erstis

1. Kontakt zum Fachschaftsrat suchen:

Wenn du Lebensmittelchemie studierst, wirst du automatisch Teil der Fachschaft, aus deren Reihe der Fachschaftsrat gewählt wird. Dieser hat immer ein offenes Ohr für dich und deine Anliegen, außerdem kannst du dort einen Blick in alte Klausuren werfen. Als Student der Lebensmittelchemie kannst du über die Fachschaftsräte zudem häufig auch Geld sparen, gerade wenn es um die Beschaffung von Kitteln oder Schutzbrillen geht. Diese werden nämlich meist in großen Mengen oder über Partnerunternehmen bestellt, so dass du von (Mengen-)Rabatten profitierst. Häufig stehen in den Räumen der Fachschaftsräte zudem Standardwerke zur Verfügung, die in der Bibliothek vielleicht gerade entliehen sind.

2. Zukunft im Blick behalten:

In Lebensmittelchemie kannst du nicht nur einen Bachelor- oder Master-Abschluss erlangen, auch das Staatsexamen stellt im Fach eine gängige Option dar. Deswegen solltest du schon vor Studienbeginn deine beruflichen Perspektiven und Vorstellungen betrachtet und auserkoren haben. Denn nur mit dem Examen bist du staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker beziehungsweise staatlich geprüfte Lebensmittelchemikerin. Möchtest du also in der behördlichen Lebensmittelprüfung arbeiten, bringt dir ein Master beispielsweise wenig. Manche Universitäten ermöglichen aber auch Master-Absolventen eine Zulassung zur Staatsprüfung – darüber solltest du dich vorab informieren.

3. Um eine Versicherung kümmern:

Während deines Studiums der Lebensmittelchemie kann es durchaus passieren, dass eine Petrischale oder ein Reagenzglas in die Brüche geht. Für diesen Fall kannst und solltest du dich absichern. Sogenannte Glasbruch- oder Laborversicherungen sind in der Lebensmittelchemie üblich, weswegen du über das Institut oder die Fachschaftsräte passende Informationen oder Angebote erhältst. Einige Fachschaftsräte kooperieren sogar mit Versicherungen. Im ersten Semester ist es normalerweise nicht nötig, bereits eine abgeschlossene Versicherung zu haben, aber lieber zu früh als zu spät.

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