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Nanotechnologie-Studium: Alle Infos

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Früher hatte man ein Fotoalbum für seine Urlaubsbilder, eine Schublade mit Briefen, einen CD-Ständer für Musik und ein Regal mit DVDs. Heute haben wir immer alles in der Hosentasche: Nachrichten, Bilder, Videos und die Lieblingssongs – ganz einfach gespeichert auf dem Handy. Die technischen Geräte, die wir nutzen, sind mit der Zeit immer kleiner, aber trotzdem leistungsfähiger geworden. Wie kann das funktionieren? Nun, nach deinem Nanotechnologie-Studium wirst du wissen, wie man auch mit Hilfe kleinster Nanopartikel große Speicher und schnelle Datenübertragung zaubern kann. Aus dem Griechischen übersetzt bedeutet Nano übrigens „Zwerg“, was eine passende Bezeichnung für diese Technologie ist, die sich mit sehr kleinen Partikeln beschäftig. In der Forschung sind für Nanotechnologie vor allem Experimente in den Bereichen Chemie und Physik wichtig. Wenn du Nanotechnologie studieren möchtest, solltest du also auf jeden Fall auch Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern haben, denn die bilden im Studienablauf eine feste Konstante.

Klischee-Vorstellung vs. Realität

Was stimmt, was nicht

»Nanotechnologie ist eine Mischung aus fast allen naturwissenschaftlichen Studiengängen«

Das Studium der Nanotechnologie ist tatsächlich sehr interdisziplinär angelegt. Chemie, Physik, Mathe, aber auch Elektrotechnik, Maschinenbau und IT spielen alle eine Rolle für die Nanotechnologie. Wer Nanotechnologie studieren will, kann neben dem eigenständigen Studiengang zum Beispiel auch Physik mit dem Schwerpunkt Nanotechnologie wählen. Trotzdem ist das Nanotechnologie Studium nicht nur eine Kombination anderer naturwissenschaftlicher Studiengänge, sondern bringt auch neue Bereiche, zum Beispiel die Analyse von Nanomaterialien, mit sich.

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»Nanotechnologie ist nicht gesundheitsschädlich«

Das kann man so nicht stehen lassen. Auch wenn es von jedes Mal von Fall zu Fall aufs Neue geprüft werden muss, kann man sagen, dass Nanopartikel gesundheitsschädigend sein können. Nanosilberpartikel befinden sich zum Beispiel in Kleidungsstücken und verhindern, dass die Klamotten müffeln oder sich gefährliche Bakterien an ihnen festsetzen. Verbraucherschützer warnen allerdings davor, dass zum Beispiel durch das Um- und Anziehen von Kleidungsstücken mit Nanopartikeln winzige Teilchen eingeatmet werden können, die Lunge und Leber schädigen.

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»Nanotechnologie findet sich nicht in deutschen Lebensmitteln«

Bislang gehen die meisten Deutschen davon aus, dass sogenanntes Nano-Essen nur in den USA auf den Tisch kommt. Nanotechnologie hat bei uns eher in den Bereichen Medizin und Elektronik und weniger in der Lebensmittelherstellung Schlagzeilen gemacht. Dabei stecken Nanoteilchen eigentlich in jedem Nahrungsmittel, denn mit ihrer Hilfe kann man Farbe, Haltbarkeit und Konsistenz verbessern. Nach deinem Nanotechnologie-Studium findest du also auf jeden Fall auch Jobs in der Lebensmittelindustrie, zum Beispiel in der Produktion von H-Milch, die verdaulicher gemacht wird, indem Fettpartikel sehr stark zerkleinert werden.

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Spezialisierungen

Alle Schwerpunkte für dein Fach

Elektronik
In der Nanotechnologie mit Spezialisierung auf Elektronik entwickelst du neue Halbleiterstrukturen. Halbleiter werden dafür gebraucht, um Elektrizität zu leiten. Sie werden üblicherweise aus Silizium-Atomen hergestellt, allerdings verschlechtert sich die Qualität, je kleiner und dichter die Schaltkreise in den Halbleitern werden. Und jetzt kommst du ins Spiel: Wählst du diese Nanotechnologie-Spezialisierung, sorgst du dafür, dass die Leitfähigkeit der Halbleiter sich nicht verschlechtert. Du ersetzt zum Beispiel das Silizium mit Kohlenstoff-Nanoröhrchen und stellst sicher, dass in Zukunft Nanostrukturen für die Stromleitung und die Datenspeicherung verwendet werden.
Medizintechnik
Bei dieser Nanotechnologie-Spezialisierung geht es um die Oberflächen von Medizinprodukten. Dabei dreht sich alles um den Kontakt von zum Beispiel Medikamenten oder Implantaten mit dem menschlichen Körper. Kontaktlinsen etwa konnten durch die Anwendung von Nanotechnik in der Vergangenheit beschichtet werden. Außerdem treibt die Nanotechnologie auch die Miniaturisierung, also Verkleinerung, sowie die Verbesserung der Oberflächen von Medikamenten voran. Durch kleine Tabletten, die eine glattere Oberfläche haben, kann man eine bessere Verträglichkeit sicherstellen. Alles in allem kannst du als Nanotechnologe helfen, Implantate, Katheter, Dialyseeinheiten, Kontaktlinsen und Verbände zu optimieren.
Materialtechnik
Wenn du dich für diese Nanotechnologie-Spezialisierung entscheidest, beschäftigst du dich mit der Entwicklung neuer Materialien. Dabei geht es zum Beispiel um Emulsionen, Polymere und andere klassische Werkstoffe wie Metall und Keramik. Diese sind der Grundstein für technische Entwicklungen. Du analysierst, charakterisierst und prüfst Rohstoffe, Bauteile und andere Materialen. Wer Nanotechnologie studieren will und sich dabei auf Materialtechnik spezialisiert, arbeitet natürlich auch mit anderen Fachbereichen wie der Chemie und Physik zusammen. Mit Hilfe dieser naturwissenschaftlichen Disziplinen entwickelst du neue Materialen und Systeme, die dann zum Beispiel in der Automobilindustrie, Elektroindustrie und Medizin gebraucht werden.

Wusstest du schon, dass...

… die gesamte Weltbevölkerung auf einem Reiskorn Platz hätte, würde man alle Menschen auf Nanomaßstab schrumpfen?

… der Mensch aus etwa zehn Quadrilliarden Atomen besteht? Eine Quadrilliarde ist eine Eins mit 27 Nullen.

… ein israelisches Start-Up mit Hilfe von Nanotechnologie angeblich ein Akku-Ladegerät entwickelt hat, das Handys in 30 Sekunden wieder voll auflädt?

Theorie
- vs -
Praxis

Gewinner: Praxis

Wer sich noch nicht mit dem Nanotechnologie-Studium befasst hat, wird es vielleicht nicht glauben, aber in diesem naturwissenschaftlichen Studium siegt tatsächlich die Praxis. Natürlich musst du dich besonders zu Beginn deines Studiums durch viele theoretischen Seminare aus Bereichen der Eletrotechnik und dem Maschinenbau kämpfen, aber danach winkt die Praxis. Da Nanotechnologie ein interdisziplinärer Studiengang ist, gibt es verschiedene Übungseinheiten, unter anderem aus der Chemie und Physik. Hier bestimmst du zum Beispiel den PH-Wert einer Probe oder machst Versuche zur Elektrostrahlenablenkung. Diese Versuche bereitest du gemeinsam mit deinen Kommilitonen vor und dokumentierst sie anschließend auch. Viele Studiengänge aus der Naturwissenschaft werden zudem durch sogenannte Laborpraktika direkt an der Hochschule ergänzt, was auch in Nanotechnologie nicht anders ist.

Die meiste Zeit im Studium verbringst du mit…

  • … Mathe, Chemie und Physik.
  • … dem Auswendiglernen von chemischen und physikalischen Formeln.
  • … Versuchen in Praxiseinheiten.
  • … deiner Lerngruppe, um gemeinsam Experimente auszuwerten.
  • … Nanostrukturwissenschaften, also der Analyse von Nanostrukturen, zum Beispiel von Metallbeschichtungen.

Beispiele für Vorlesungen & Seminare

  • - Nanochemie
  • - Quantenmechanik
  • - Festkörperphysik
  • - chemische Materialwissenschaften
  • - Partikeltechnologie

Mögliche Master-Studiengänge

Nanotechnologie - Elektro- und Informationstechnik - Physik - Nanobiophysik - Nanostrukturtechnik - Nanoengineering
Willkommen an der Uni

Tipps für Erstis

1. Time for Nanoscience  Frische dein Englisch auf:

Im Nanotechnologie-Studium werden Seminare und Vorlesungen überwiegend auf Deutsch gehalten, trotzdem ist es wichtig, auch gut Englisch sprechen zu können. Da Absolventen der Nanowissenschaften international gefragt sind, kann es sein, dass du zum Beispiel in einem Praktikum mit Kollegen aus anderen Ländern über Forschungsergebnisse diskutierst. Stichwort Forschungsergebnisse: Fachliteratur wird übrigens auch überwiegend auf Englisch veröffentlicht. Ein Sprachkurs könnte dir bei der Auffrischung deiner Englischkenntnisse ein bisschen unter die Arme greifen. Informier dich am besten schon zu Beginn deines Studiums, zu welchen Zeiten Sprachkurse an deiner Universität angeboten werden. Parallel dazu bietet es sich auch immer an, schon mal eigenständig in englischsprachige Fachmagazine zu schauen, zum Beispiel in die Science oder die Scientific Reports. Eine gut sortierte Uni hat diese Zeitschriften über ihre Bibliothek abonniert.

2. Wo willst du hin?

Nanotechnologen arbeiten sowohl in der Forschung als auch in Unternehmen. Während deines Studiums solltest du dir überlegen, welchen beruflichen Weg du einschlagen willst. Möchtest du neue Technologien erforschen oder lieber in der Produktion arbeiten, zum Beispiel für chemische Unternehmen? Um das herauszufinden, bieten sich Praktika an. Deine Fachschaft für das Nanotechnologie-Studium kann dich am besten beraten, wo du Praktikumsstellen finden kannst. Oft erhält auch die Studienberatung aktuelle Praktikumsangebote aus der Wirtschaft, um sie bei Studierenden bekanntzumachen. Statte beiden doch mal einen Besuch ab.

3. Mit Physik anfreunden:

Dass du das letzte Mal in einer Schule warst, ist mindestens ein paar Monate, wenn nicht sogar deutlich länger her. Es wäre aber sinnvoll, kurz vor dem Nanotechnologie-Studium nochmal deine alten Mathe-, Physik- und Chemiehefte aus der Oberstufe herauszukramen. Diese drei Bereiche bilden nämlich die Grundlage deines Studiums. Wer Nanotechnologie studieren will, muss zuallererst die wichtigsten naturwissenschaftliche Grundlagen aus diesen drei Bereichen verinnerlichen. In den ersten Kursen deines Nanotechnologie Studiums werden dir deine Kenntnisse aus der Schule auf jeden Fall helfen. Wenn du sogar schon einen Leistungskurs dieser Fächer in der Oberstufe hattest, besitzt du die besten Voraussetzungen, um Nanotechnologie zu studieren.

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