Menü

- Studiengänge von A-Z -

Sinologiestudium: Alle Infos

Die beliebtesten Unis für dieses Fach
Diese Unis wurden von anderen Studenten als beste in diesem Fach bewertet

Du willst Sinologie studieren? Informiere dich hier

1,37 Milliarden Einwohner, eine Fläche von 9,6 Millionen km² und eine Jahrtausende alte Historie: China ist ein Land der Superlative. Wenn du das Reich der Mitte mit seiner Sprache und Kultur, seinen Traditionen und seiner Philosophie sowie seinen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen näher kennenlernen möchtest, bietet dir das Studium der Sinologie, an manchen Unis auch als Chinastudien oder -wissenschaften gelistet, die beste Gelegenheit dazu. Du beschäftigst dich mit den Grundlagen der chinesischen Literatur und Geschichte, erforschst, welche Veränderungen die chinesische Gesellschaft durchlebt hat und setzt dich kritischen mit dem traditionellen und dem modernen China auseinander. Da sich eine derart komplexe Thematik aber nicht in wenigen Jahren erschöpfend erfassen lässt, spezialisierst du dich im Bachelor und Master nur auf bestimmte Epochen und Bereiche der chinesischen Gegenwart und Vergangenheit. Die Sprachpraxis im modernen Hochchinesisch steht für dich aber immer auf dem Lehrplan.

Klischee-Vorstellung vs. Realität

Was stimmt, was nicht

»Mit einem Sinologie-Studium ist man in der Wirtschaft automatisch sehr begehrt«

China wird ein immer wichtigerer Weltmarkt und daher auch für Unternehmen in Deutschland ein immer interessanteres Ziel. Das bedeutet aber nicht, dass man dir automatisch den roten Teppich ausrollt, wenn du Sinologie studiert hast. Für einen Arbeitgeber ist es nämlich immer einfacher, einem Wirtschaftsexperten Chinakenntnisse zu vermitteln, als einem Chinaexperten die Grundlagen der Ökonomie. Wenn du in die Wirtschaft gehen möchtest, solltest du neben Sinologie ein wirtschaftswissenschaftliches Zweitfach wählen.

Mehr lesen
»Sinologie studieren hauptsächlich Frauen«

Bis Ende 2015 gab es in China die sogenannte Ein-Kind-Politik, die Familien nur jeweils ein Kind erlaubte. Weil Söhne klar bevorzugt wurden, gibt es in China derzeit deutlich mehr Männer als Frauen. Im Studium verhält es sich genau andersherum: Von den knapp 200 Studierenden, die das Studium pro Jahr abschließen, sind 70 % Frauen. Dieses Klischee ist also gar nicht so falsch.

Mehr lesen
»Für das Sinologie-Studium muss ich Chinesisch sprechen können«

Im Gegensatz zu den meisten anderen sprachwissenschaftlichen Studiengängen verlangt das Sinologie-Studium keine Vorkenntnisse der Sprache. Natürlich ist es hilfreich, wenn du schon vorab ein wenig Chinesisch sprichst, die notwendigen Sprech- und Lesekompetenzen vermittelt man dir aber im Studium.

Mehr lesen

Spezialisierungen

Alle Schwerpunkte für dein Fach

Geschichte und Kultur
China ist eine der ältesten Zivilisationen der Welt, man fand schon schriftliche Nachweise über eine chinesische Kultur, die mehr als 3500 Jahre alt sind. Mit einem Schwerpunkt auf Geschichte und Kultur lernst du eine bestimmte Epoche näher kennen und legst deinen Fokus weniger auf Sprach-, sondern auf Kulturwissenschaften. Du kannst dich mit der neueren Geschichte und Kultur oder mit den frühesten Dynastien wie der Xia- oder der Zhou-Dynastie befassen. Aber auch die Kaiserzeit, Chinas Rolle im Ersten und im Zweiten Weltkrieg oder Chinas Weg zur Volksrepublik sind mögliche Themen.
Literatur
Mit einem Schwerpunkt auf die chinesische Literatur baust du nicht nur deine Sprachkompetenzen aus, du lernst gleichzeitig auch die bedeutendsten Werke und Autoren des Reichs der Mitte kennen: Von den ersten Schriftdokumenten aus der Zhou-Dynastie über die Prosa und Lyrik der Moderne bis hin zur Gegenwartsliteratur. Heutzutage besteht die chinesische Literatur dabei vor allem aus den Strömungen Kult-, Vagabunden-, Underground-, Frauen und Sehnsuchtsliteratur, Kritischem Surrealismus sowie Meistererzählungen wie jenen von Moe Yan, der 2012 als erster chinesischer Schriftsteller den Literaturnobelpreis erhielt.
Philosophie
„Konfuzius sagt…“ – Die chinesische Philosophie hatte auf den ostasiatischen Raum einen ähnlichen Einfluss wie die antike griechische Philosophie auf Europa und ist ein möglicher Schwerpunkt im Sinologie-Studium. Die Ursprünge der chinesischen Philosophie reichen dabei zurück bis ins 10. Jahrhundert vor Christus. Die Thematik ist derart komplex, dass du dich innerhalb dieses Schwerpunktes weiter spezialisierst. So kannst du dich beispielsweise mit dem Yì Jīng (Buch der Wandlungen) befassen oder mit dem Konfuzianismus, dem Daoismus oder dem Mohismus, dem Buddhismus oder der Schule der Wirklichkeit.

Wusstest du schon, dass...

…die Sinologie als wissenschaftliche Disziplin schon im 16. Jahrhundert durch christliche Missionare entstanden ist, die in China die dortige Kultur und Sprache studierten? Den ersten Lehrstuhl gab es dann Anfang des 19. Jahrhunderts in Paris.

…85 % aller künstlichen Tannenbäume aus China stammen?

…die chinesische Schrift aus rund 87.000 Schriftzeichen besteht? Für den Alltag reicht es aber aus, wenn du 3000 bis 5000 davon kennst.

Theorie
- vs -
Praxis

Gewinner: Theorie

In der Sinologie kämpfst du dich vorwiegend durch große Mengen Fachliteratur, Sprache und Schrift. Wenn du das Sprechen des Hochchinesisch nicht als praktische Arbeit ansiehst, kannst du dich auf ein sehr theoretisches Studium einstellen. Exkursionen nach Shanghai, Peking & Co. sind natürlich auch nicht mal eben so möglich. Dafür wird dir an jeder Hochschule ein Auslandsaufenthalt angeboten, damit du Land und Leute aus nächster Nähe kennenlernst.

Die meiste Zeit im Studium verbringst du mit…

  • …dem modernen Hochchinesisch (Pǔtōnghuà).
  • …der chinesischen Philosophie.
  • …den politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen in China.
  • …der Geschichte Chinas.
  • …der kritischen Auseinandersetzung mit dem traditionellen und dem modernen China.

Beispiele für Vorlesungen & Seminare

  • - Die Literatur der 4. Mai-Bewegung
  • - Modernes Chinesisch
  • - Wirtschaftsgeschichte Ostasiens
  • - Aktuelle Texte zu den chinesischen Makroregionen
  • - Die Geschichte Chinas 1911-1949

Mögliche Master-Studiengänge

Asienwissenschaften - China Business and Economics - China Kultur und Kommunikation - Sinologie - Chinese and Economics - Chinese Studies
Willkommen an der Uni

Tipps für Erstis

1. Wenn Wirtschaftswissenschaften als Zweitfach, dann aber richtig:

Das Sinologiestudium wird gerne als Hauptfach oder Nebenfach mit wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen wie BWL oder VWL kombiniert. Keine schlechte Idee, schließlich spielt das Reich der Mitte eine immer bedeutendere Rolle in der globalen Ökonomie und damit auch für deutsche Unternehmen. Allerdings halten es viele Arbeitgeber so, dass sie einem BWLer lieber die nötigen Chinakenntnisse beibringen, als einem Chinawissenschaftler das nötige wirtschaftliche Know-how zu vermitteln. Sieh also zu, dass, wenn du Wirtschaftswissenschaften als Zweitfach nimmst, du das nicht nur als ergänzend, sondern als gleichwertig betrachtest. Der Abschluss in BWL oder VWL öffnet dir die Tür in die Berufswelt, die Chinakarte spielst du meistens erst später aus.

2. Master machen:

China ist gigantisch – in jeder Hinsicht, von der Größe des Landes über die Einwohnerzahl und die kulturellen Erzeugnisse bis hin zur Sprache und Geschichte. Seit auch der Studiengang Sinologie auf das Bachelor-Master-System umgestellt wurde, wurden die Inhalte ein wenig zusammengestutzt.

Das Bachelorstudium konzentriert sich daher oft nur auf einen bestimmten Bereich der Sinologie, beziehungsweise du selbst kannst dich nur auf bestimmte Bereiche spezialisieren. Um dein Fachwissen in diesem Bereich angemessen zu vertiefen, solltest du unbedingt darüber nachdenken, nach dem Bachelor noch den Master anzuhängen.

3. Chinesischkenntnisse selbstständig vertiefen:

Wenn du denkst, dass du aus dem sinologischen Studium kommst und perfekt chinesisch sprichst, dann irrst du dich leider. Um die Sprachkompetenz umfangreich zu vermitteln, fehlt es schlichtweg an Personal in Deutschland. In erster Linie erwirbst du passive Lesekompetenz. Wir können dir daher nur dringend raten, die Möglichkeit zu einem Chinaaufenthalt wirklich zu nutzen – der ist an den meisten Unis nämlich nur optional. Und wo wir gerade bei Sprachen sind: Ein Großteil der Fachliteratur ist auf Englisch, deswegen solltest du auch mit dieser Fremdsprache keine Probleme haben. 

- Du kennst deine Uni am besten -

Kurz nachdenken, dann Uni ranken!

Jetzt deine Uni bewerten